Ein Anwalt (Rechtsanwalt Louis) besuchte seinen neuen Mandanten in der Untersuchungshaft. Bislang wusste er nur, dass in der Garage des Mannes 50 Kilogramm Amphetamin gefunden wurden, auf die er die Ermittler selbst hinwies, weil sie in seinem Haus einfach nichts fanden. Dabei ahnte er nicht, dass die Drogen, die er nur aus reiner Gutmütigkeit für einen Bekannten bunkerte, keinen tatsächlichen Wirkstoffgehalt besaßen und höchstens einen Koffeinschock anstelle eines Rausches hätten verursachen können.

Der Anwalt freute sich, sah er doch seinen Mandanten schnell wieder in Freiheit. Umso größer der Schock des Advokaten, als er erfuhr, dass sein Schützling in der U-Haft nicht untätig geblieben war. Als nämlich ein Polizeibeamter, zufällig ein guter Freund seines Vaters, als Überraschungsgast im Knast auftauchte, sah er die Zeit für seine Lebensbeichte gekommen.

Ausführlich berichtete er dem Gast, wann und wie viele Kilogramm Marihuana er für welche Dealer aus den Niederlanden nach Deutschland geschmuggelt hatte. Nach diesem Redebedürfnis konnte ihn auch der beste Anwalt nicht mehr vor einer Vertragsverlängerung im Gefängnis bewahren.

Quelle: „Wenn selbst Justitia schmunzeln muss“

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